Die Blutegeltherapie (Hirudo medicinalis)

Die Blutegeltherapie wird vor allem bei Krankheiten/Störungen des Bewegungsapparates - wie z.B. Hüftgelenkdysplasie, Diskopathie, Spondylosen, Cauda-Equina-Syndrom, Arthritis, Arthrose, Sehnenscheidentzündung, Hufrehe und Spat – in der Tiermedizin eingesetzt.

Das Wort „Egel“ stammt aus dem griechischen Wort echis = kleine Schlange. Die heilende Wirkung von Blutegeln wurde bereits vor mehr als 450 Millionen Jahren entdeckt. Die Wirksamkeit ist bereits bei verschiedenen Indikationen in zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen dokumentiert.

Blutegel haben 3 Kieferleisten mit jeweils ca. 80 Kalkzähnchen, mit denen sie kleine Schlitze (sternförmig) in die Haut sägen können. Zwischen den Kalkzähnchen münden die Kanäle der separaten Speichelzellen, die es ermöglichen, den keimfreien Blutegelspeichel (Saliva) abzusondern.

Somit hat ein Blutegelbiss –der so gut wie schmerzfrei ist- eine Doppelwirkung:

  • Injektion von heilsamen Substanzen (z.B. Hirudin, Eglin – wirkt gerinnungs- und entzündungshemmend, histaminähnliche Substanz - wirkt gefäßerweiternd) und
  • Absaugen von dadurch verflüssigten Thromben/Schlackenstoffen

Das Thrombin wird inaktiviert und somit der Verschluss der Wunde verhindert, so dass eine ca. 3 - 6 stündige Nachblutung bei den Tieren erfolgt. Diese Nachblutung ist nicht gefährlich und ist als reinigende, heilende Funktion –wie ein sanfter Aderlass- zu sehen, die nicht unterdrückt werden darf.

Ein Blutegel saugt ca. 20-50 ml Blut bei der ca. 30-minütigen Behandlung. Durch die Wunde fliesst etwa die gleiche Menge beim Nachbluten ab.

Häufig sieht man bereits im Anschluss an die Behandlung eine deutliche Verbesserung des Krankheitsbildes.

Die Anzahl der einzusetzenden Blutegel richtet sich nach der Grösse/dem Gewicht des Tieres und den vorliegenden Symptomen.

Sind Sie neugierig auf diese Therapie geworden ?

Gerne kläre ich mit Ihnen offene Punkte, und die Indikationen, wann Blutegel nicht eingesetzt werden dürfen, in einem persönlichen Gespräch.